Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Liebe. Die eine ist die
„Mangel-Liebe“ die andere die „Geschenk-Liebe“. Man nennt die erste
auch „Bedürftigkeits-Liebe“ und die zweite „Seins-Liebe“. Der
Unterschied ist bedeutsam und muß verstanden werden.
Die „Bedürftigkeits-Liebe“ hängt von dem anderen ab, sie ist
eine unreife Liebe. In Wirklichkeit ist sie gar keine Liebe, sie ist
ein Mangel, eine Sehnsucht nach Liebe. Du benutzt den anderen als
Mittel. Du beutest aus, du manipulierst, du dominierst. Der andere wird
abgewertet, der andere wird fast zerstört.
Und der andere macht genau das gleiche. Er versucht dich zu
manipulieren, dich zu beherrschen, dich zu besitzen, dich zu benutzen.
Es ist sehr lieblos einen anderen Menschen zu benutzen. Es sieht nicht
nach Liebe aus, es ist Falschgeld. Aber das ist es, was fast 99 % aller
Menschen passiert, denn das erste, was du über Liebe lernst, wird
dir in der Kindheit beigebracht.
Das Kind wird geboren. Es ist von der Mutter abhängig. Seine Liebe
zur Mutter ist „Bedürftigkeits-Liebe“. Es braucht die Mutter, es
kann ohne die Mutter nicht überleben. Es liebt die Mutter, weil
die Mutter sein Leben ist. Und es liebt die Mutter, weil es die tiefe
Liebe der Mutter spürt. Die Mutter ist eine Art Nahrung, die das
Kind aufnimmt. Es ist nicht nur die Muttermilch, die es von der Mutter
bekommt, es ist auch Liebe. Auch sie ist ein Bedürfnis. Dasselbe gilt
natürlich für die Liebe des Vaters.
Millionen Menschen bleiben ihr ganzes Leben lang kindisch. Sie werden
einfach nicht erwachsen. Sie wachsen nur äußerlich [körperlich], aber
geistig wachsen sie nicht. Ihre Psychologie bleibt die eines Kindes,
eines Jugendlichen, unreif. Sie brauchen ständig Liebe. Sie
hungern nach Liebe, wie nach Nahrung.
Der Mensch wird in dem Moment erwachsen, wo er anfängt zu lieben,
anstatt nach Liebe zu dürsten. Er fließt über vor
Liebe, er teilt, er gibt. Der Akzent verschiebt sich völlig. Bei
der ersten, der Bedürftigkeits-Liebe, liegt der Akzent darauf zu
bekommen. Bei der zweiten, der Geschenk-Liebe, liegt der Akzent darauf,
zu geben, ohne Bedingungen zu stellen, Liebe zu verschenken. Das
geschieht, wenn du wächst, wenn du erwachsen wirst.
Ein reifer Mensch gibt. Nur ein reifer Mensch kann geben, denn ein
reifer Mensch besitzt diese Liebe. Dann ist Liebe nicht berechnend,
nicht abhängig, stellt keine Bedingungen, keine Forderungen, hat
keine Hintergedanken. Dann kannst du sehr liebevoll sein, egal, ob der
andere es auch ist. Dann ist Liebe keine Beziehung. Sie ist ein
Geschenk, ein Bewusstseinszustand. Dann kann deine Liebe den anderen
heilen.
Die Bedürfnisliebe lechst nach Sex, sie ist egoistisch, sie ist
gierig, sie will haben, immer und immerzu. Gibst du ihr nicht, wonach sie
verlangt, wird sie listig, korrupt, gewalttätig, um das zu bekommen, wonach sie
verlangt, nach Sex. Die Geschenkliebe hat keinerlei Verlangen. Dürstet sie nach
Sex, dann ist es keine Geschenkliebe. Die Geschenkliebe verströmt die Liebe, wie
die Blume ihren Duft. Ihre Liebe gilt allen, sie geschieht ohne Absicht, ohne
Hintergedanken, ohne List, Absicht und Berechnung. Sie verströmt einfach nur das Glück des Menschen, der
dieses Glück besitzt.
Die erste Liebe, die Mangel-Liebe, sie ist keine Liebe, sie ist ein
Mangel. Wie kann Mangel Liebe sein? Liebe ist Luxus, sie ist
Überfluß. Sie ist so lebendig, daß du nicht
weißt, was du mit ihr anfangen sollst, also teilst du sie mit
anderen. Sie erfüllt dein Herz mit so vielen Liedern, daß du
einfach singen mußt, ganz gleich, ob dir einer zuhört oder
nicht. Auch wenn niemand zuhört, hast du Lust, zu singen und zu
tanzen. Der andere mag Liebe haben oder nicht. Was dich betrifft, so
fließt sie, fließt sie über.
Wenn du von dem anderen abhängig bist, dann gibt es immer nur
Leid. In dem Moment, wo du dich abhängig fühlst, fühlst
du dich schlecht, denn Abhängigkeit bedeutet Sklaverei. Dann
nimmst du irgendwann auf subtile Weise Rache am anderen, denn der
Mensch, von dem du abhängst, gewinnt Macht über dich.
Kein Mensch schätzt es, wenn ein anderer Macht über ihn hat,
keiner möchte abhängig sein, denn die Abhängigkeit
tötet die Freiheit und die Liebe. Liebe kann nicht in
Abhängigkeit erblühen, denn die Liebe ist eine Blume der
Freiheit. Sie braucht Freiraum, sie braucht Platz. Liebe ist sehr zart,
sie möchte schweben, aufsteigen, hin zu den Wolken, dem Himmel
entgegen.
Liebe ist sehr selten. Kämpfen ist die Regel, Liebe ist die
Ausnahme. Die Menschen versuchen auf jede erdenkliche Weise sich
gegenseitig zu beherrschen. Sogar durch Liebe wollen sie beherrschen.
Wenn du liebst, dann teilst du alles
Wenn du dich selbst erkennst, erkennst du alles
Verstehst du dich selber?
Sahasrar, das Kronenchakra, ist reine Glückseligkeit
Tantra: Poesie, Gesang und Seligkeit

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