Kannst du dich bitte zu Machtmissbrauch äußern?

Ein englischer Philosoph hat einmal gesagt: „Macht verdirbt und absolute Macht verdirbt absolut.“ Ich bin da anderer Meinung; ich sehe das ganz anders. Jeder von uns ist voller Gewalt, Habgier, Wut und Leidenschaft, hat aber keine Macht; also bleibt er ein Heiliger. Wer Gewalt üben will, braucht Macht. Wer seine Habgier ausleben will, braucht Macht. Wer seine Leidenschaften befriedigen will, braucht Macht..........

Wenn euch also Macht in die Hände fällt, beginnen all eure schlafenden Hunde zu bellen. Die Macht wird euch Nährboden sein, eine Gelegenheit sein. Die Macht verdirbt euch also nicht, vielmehr seid ihr bereits verdorben. Die Macht bringt nur eure Verderbtheit zum Vorschein: Ihr wolltet jemanden töten, aber euch fehlte die Macht dazu. Kaum aber habt ihr die Macht, werdet ihr töten. (1)
(1) Ich habe mir heute die Frage gestellt, ob einer der Hauptantriebe der Dschihadisten in den Dschihad zu ziehen, nicht sexueller Art ist. In unserer Gesellschaft ist es schwer, seine sexuellen Wünsche auszuleben. Dies trifft besonders auf Dschihadisten zu, die zu den gesellschaftlichen Verlierern zählen, wenn dies auch meist selbst verschuldet ist. Als ungelernte, ungebildete und oft arbeitslose haben sie kaum eine Chanche eine Freundin kennen zu lernen und ihre Sexualität auszuleben. Sie sind sicherlich oft einsam, obwohl viele von ihnen auch nicht unbedingt beziehungsfähig sind. Im Dschihad in Syrien und Irak aber haben sie die Möglichkeit Frauen zu vergewaltigen und ihren ganzen Hass auf Frauen, die sie stets abgelehnt haben, auszuleben.

Man muß sich das vielleicht so vorstellen: Man ist total geil und möchte gerne mit einer Frau schlafen. Die anderen haben alle eine Freundin, aber man selber erfährt immer wieder Ablehnung bei den Frauen. Tief im Innern ist aber diese tiefe Sehnsucht nach Liebe, Zärtlichkeit, Geborgenheit und Sex, und all die erotischen Träume, die man gerne ausleben möchte. Und dann ist da die Idee, wenn ich nach Syrien oder Irak in den Dschihad ziehe, dann kann ich so viele Frauen vergewaltigen, wie ich will und ich kann meinen ganzes Hass auf Frauen, der sich in all den Jahren angesammelt hat, dort ausleben.

Vielleicht ist dieser Hass auf Frauen aber auch gar nicht bewusst, vielleicht entsteht er erst in Syrien oder Irak. Und vielleicht ist es auch gar nicht speziell ein Hass auf Frauen, sondern ein allgemeiner Hass auf alles, auf die ganze Welt, der sich dann gegen Frauen, aber auch gegen ungläubige Männer entlädt.

Leon de Winter hat dieses Thema in seinem Artikel Die sexuelle Gewalt der Dschihadisten auch einmal angesprochen.

Leon de Winter schreibt:
Wer vom Dschihad besessen ist, hat bemerkenswerte Macht. Er kann in orgiastischem Fieber vergewaltigen, töten und Beute machen. Dank der Gehirnwäsche, die er unterlaufen hat, weiß er dieses Vorgehen von seiner Religion legitimiert. Und wenn er stirbt, kommt er direkt in den Himmel, wo zweiundsiebzig Jungfrauen nur darauf warten, ihm in aller Ewigkeit zu Diensten zu sein. Die IS-Kämpfer verkörpern all das, was im Laufe der Zivilisation kanalisiert wurde: die sexuellen und destruktiven Energien junger Männer. Der Dschihad kann, wie wir jetzt sehen, diesen Prozess umkehren und die Energien und Bedürfnisse, die junge Männer in einer zivilisierten Gesellschaft unterdrücken müssen, neu fokussieren.
Warum also mit den 72 Jungfrauen warten bis man stirbt, wenn man sie bereits im realen Leben haben kann? Es sind zwar nicht alles Jungfrauen, aber danach fragt wohl niemand so genau. Und möglicherweise sind es sogar mehr als 72 Frauen. Hauptsache man kann seinen animalischen Trieben freien Lauf lassen.

Leon de Winter weiter:
Er erlaubt den Gläubigen, die Stimme der Vernunft und des Gewissens abzuschalten. Sie können nunmehr rohe sexuelle Gewalt ausüben. Die Stimme der Horden ist die Stimme orgiastischer Lust. Diese Horden schlachten Männer und Jungen ab und machen Mädchen und Frauen zu Sexsklavinnen. Die Menschen sind wieder so schutzlos, wie sie es Zehntausende von Jahren waren, bevor wir das Menschenopfer abschafften und mit dem langsamen und schmerzhaften Prozess begannen, unsere grausame Natur zu überwinden.
Es ist nicht die Macht, die euch verdirbt. Die Verderbtheit bringt ihr schon selber mit. Die Macht gibt euch nur die Gelegenheit, all das zu tun, was ihr tun wollt. Einen Menschen wie Gautam Buddha kann Macht nicht verderben; im Gegenteil, sie verhilft ihm dazu, das Bewusstsein der Menschheit zu heben. Einem Dschingis Khan hilft Macht Menschen zu vernichten, Frauen zu vergewaltigen und Leute bei lebendigem Leibe zu verbrennen. Ganze Dörfer werden abgefackelt, ihre Bewohner am Fliehen gehindert. Das liegt nicht an der Macht … dieser Dschingis Khan muss innerlich all diese Wünsche gehegt haben. (2)
(2) Es ist richtig, daß einem Buddha, einem Jesus oder irgendeinem anderen Erleuchteten oder Heiligem die Macht nicht korrumpieren kann, denn hinter der Macht steht allzu oft mangelndes Selbstbewußtsein, der Wunsch nach Sex, Geld, Reichtum, Anerkennung, mit anderen Worten, eine kranke Psyche. Wenn jemand an diesen Dingen hängt, wird er versuchen, seinen Willen notfalls mit Gewalt durchzusetzen.

Buddha oder Jesus aber haben sich von diesen emotionalen und materiellen Abhängigkeiten gelöst. Jeder von uns könnte das, jeder von uns könnte zum Buddha, zum Jesus werden, sich von seiner Gier nach Geld, Sex, Macht usw. befreien, aber 99 Prozent aller Menschen laufen lieber ihr ganzes Leben im Hamsterrad ihrer jeweiligen Sucht, ihrer Gier hinterher, um noch mehr Geld, Luxus, Wohlstand, Reichtum, Sex, Schokolade, Gaumelkitzel (Gourmetküche) zu bekommen, ohne zu bemerken, daß sie sich in einem Teufelsrad bewegen.
Es ist fast so wie … Wenn es regnet, beginnen alle möglichen Pflanzen zu wachsen. Aber verschiedene Pflanzen blühen verschieden. Alles, was in euren Samenkörnern verborgen schlummert, euer gesamtes Potenzial wird durch die Macht zutage gefördert. Da die meisten Menschen so unbewusst leben, sobald sie an die Macht kommen, erkennen all ihre unbewussten Instinkte ihre Chance sich auszutoben. Dann ist es ihnen egal, ob sie Menschen foltert, vergewaltigt, enthauptet, vertreibt oder tötet.

Du willst von mir etwas über Machtmissbrauch wissen. Macht wird deswegen missbraucht, weil ihr Wünsche habt, die abstoßend sind, die ihr von den Tieren geerbt habt. (3)
(3) Ich würde nicht sagen, daß wir sie von den Tieren geerbt haben, obwohl man sie als animalisch bezeichnet. Ich würde sagen, Macht wird vor allen deswegen missbraucht, weil die Menschen unbewußt leben, weil sie nicht den Versuch machen, sich aus dem Hamsterrad zu befreien.
In einer besseren Welt wäre es die erste Priorität…

Wir vergeuden fast ein Drittel des Lebens damit, unsere Kinder zu erziehen. In diesem Drittel sollte man ein wenig Zeit darauf verwenden, ihr Unbewusstes auszumisten, damit sie, wenn sie von der Universität abgehen und irgendwo Macht ausüben können, der eine als Polizeikommissar, der andere als Präsident, der dritte als Kanzler, und ihr Unbewusstes frei ist von allen Giften, aller Zerstörungswut, ihre Macht nicht missbrauchen können. Wer sollte sie denn noch missbrauchen? Macht ist neutral.

Meine Sannyasins in Italien versuchen seit einem Jahr, mir ein Touristenvisum zu besorgen, für ganze drei Wochen. Und die Behörden haben sich selbst nach einem ganzen Jahr noch nicht entscheiden können. Schließlich bekam ich vor ein paar Tagen einen Brief: Nach einem Jahr sei die Frist für den ersten Antrag abgelaufen und ich solle einen neuen Antrag stellen.

Sie hatten den Antrag schon ausgefüllt, ich hatte ihn unterschrieben, und erst gestern hat mich der italienische Botschafter informiert, dass mir ein Touristenvisum für zehn Tage gewährt wurde, allerdings mit Auflagen. Ich habe noch nie gehört, dass es Touristenvisa mit Auflagen gibt. Und zwar folgende: „Melden Sie, an welchem Datum, zu welcher Uhrzeit, von welchem Flughafen Sie Indien verlassen und an welchem Datum, zu welcher Uhrzeit, von welchem Flughafen Sie in Italien landen werden; und desgleichen beim Rückflug.

In Italien haben Sie sich in jeder Stadt zunächst bei der Polizei zu melden und ihr mitzuteilen, wie lange Sie sich in der Stadt aufzuhalten gedenken. Und bevor Sie die Stadt verlassen, haben Sie sich bei der Polizei abzumelden. Und dasselbe dann in jeder anderen Stadt auch.“

Ich habe Anando aufgetragen, einen Brief an den italienischen Premierminister zu schreiben mit folgendem Text: „Vor ein paar Monaten waren Sie in Indien. Wie viele Auflagen hatten Sie zu erfüllen? Und in wie vielen Polizeiwachen hatten Sie zu erscheinen? Und halten Sie mich für einen Mörder oder Terroristen oder jemanden, der Bomben und Dynamit mitschleppt?

Geben Sie uns Bescheid, wann Sie wieder nach Indien kommen wollen, damit wir Sie so empfangen können, wie sich’s gehört. Und ich weigere mich, meinen Fuß auf Ihr Land zu setzen, ehe Sie sich für all diese Auflagen entschuldigt haben. Und weswegen gewähren Sie nur ein Visum für zehn Tage statt drei Wochen? Normalerweise gibt es Dreimonatsvisa, und von irgendwelchen Auflagen hat auch noch kein Mensch je gehört.“

Ich habe Anando gebeten, ihm zu schreiben: „Anscheinend ist Benito Mussolini noch immer am Leben. Ihr Land ist noch keine Demokratie, sondern immer noch faschistisch. Diese Auflagen verweisen ohne Zweifel auf eine faschistische Gesinnung. Ich komme also gern nach Italien, wenn Sie sich offiziell entschuldigen. Oder aber, sobald Sie nicht länger an der Macht sind. Und meine Leute in Italien werden alles in ihrer Macht Stehende tun, damit Sie nicht länger an der Macht bleiben. Warten Sie nur erst die nächste Wahl ab, denn ich habe zigtausende Sannyasins in Italien. Und hiermit haben Sie meine zigtausend italienischen Sannyasins beleidigt. (4)
(4) Ich liebe diese rebellische Art Oshos, besonders deshalb, weil 99 % der Menschen Duckmäuser sind. Obwohl, ich muß gestehen, diese Emotionen verraten, daß ich kein Heiliger bin. Deshalb liebe ich wohl auch die Frauen so sehr und ich möchte noch all ihre süßen Zärtlichkeiten und Geheimnisse kennen lernen...
Wenn der Papst nach Indien kommt, begrüßt ihn der Premierminister am Flughafen und er braucht sich auch in keiner Stadt bei der Polizei zu melden. Sie sind ja selber hergekommen. Aber wenn Sie das nächste Mal als Regierungschef herkommen, dann lassen Sie uns wissen, zu welcher Uhrzeit Sie auf welchem Flughafen landen werden, damit wir Ihnen zeigen können, was wir von Ihren Auflagen halten.

Diese Leute sind nicht von der Macht verdorben worden. Diese Leute sind verdorben; ihre Macht aktiviert lediglich ihre Verderbtheit.…

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