Sahasrar, das Kronenchakra, ist reine Glückseligkeit

Und dann, schon auf der Schwelle...

Auch das ist symbolisch. Du stehst immer auf der Schwelle, du wartest immer auf irgendetwas, das jetzt passieren sollte. Du stehst immer auf der Schwelle, bist deinen Sinnen verhaftet. Der Mensch steht immer auf der Schwelle und weiß nicht wie er ins Haus, in sein Inneres gelangt. Und dann diese Absurdität: du hast keine Ahnung was Liebe ist, und du willst, daß die Frau dir Sinnesfreuden verheißt.

Du verwechselst sinnliches Begehren, Verliebtheit, mit Liebe. Aber wie lange hält die Verliebtheit an? Verliebtheit richtet sich auf etwas Äußeres, auf den Menschen, in den du verliebt bist. Liebe ist etwas anderes. Liebe ist grenzenlos. Sie stellt keine Forderungen, keine Bedingungen. Sie kommt von innen und gilt allen Menschen.

Du denkst, ihre Zärtlichkeit kann dich glücklich machen. Du hast recht, das kann sie tatsächlich. Aber wie lange dauert es bis die Sehnsucht, das Verlangen, dich wieder einholt? Du verwechselst die Speisekarte mit dem Essen.

Saraha (Lehrer des tantrischen Buddhismus) sagt, daß du erst dein inneres Zentrum verläßt und dann von anderen erwartest, dir Glückseligkeit zu geben, dich lebendig zu machen, dir Freude zu verheißen, dir Gott zu zeigen. Dabei wartet Gott bereits in deinem Innern auf dich. Er wohnt in dir und du bittest andere, die ihn leugnen, die ihn nicht verstehen, dir Gott zu zeigen. Glaubst du wirklich, daß du zur Erkenntnis gelangst, wenn du auf andere Leute hörst?

Zunächst einmal: Sex ist nicht die letztmögliche Wahrheit, das letzmögliche Glück, sondern lediglich der Anfang davon, das Alpha. Sex ist nicht das Omega. Sex ist nicht die letzte Wahrheit, jedenfalls dann nicht, wenn du nicht beabsichtigst ein Kind zu zeugen.

Sex ist nicht die absolute Seligkeit, Sahasrar (1) ist weit entfernt. Wenn dein Sexzentrum sich ein wenig glücklich fühlt, dann ist das nur ein kleiner Hinweis auf die Seligkeit, die dich im Sahasrar erwartet. Je näher du dem Sahasrar kommst, desto größer das Glück.
(1) Mit Sahasrar wird auf das siebenstufige Kundalini-Modell angespielt, sieben Chakren (Energiezentren), die längs der Wirbelsäule bis hinauf zum obersten Chakra, den Kronenchakra oder Sahasrar, verlaufen. Das oberste Chakra entspricht der Erleuchtung.

Dabei stellt man sich vor, dass die Kundalini, die sexuelle Energie, mittels spiritueller Praktiken (Yoga, Tantra, Autogenes Training, Meditation, Beten, ..) vom Basischakra bis zum Sahasrar (Kronenchakra) aufsteigt. Dabei wird Sahasrar mit der Erleuchtung gleichgesetzt.
Sahasrar ist einfach unglaublich. Die Glückseligkeit ist so überwältigend, daß du mit ihr verschmilzt, mit ihr eins wirst. Dann gibt es nur noch Seligkeit. Wir sind geboren, um diese Seligkeit in jeder Minute unseres Lebens zu kosten. Wir müssen nicht auf das Paradies warten, das Paradies ist bereits in uns.

Aber wir suchen es nur immer außerhalb von uns. Die Seligkeit des Sahasrar ist so überwältigend, dass du nichts mehr sagen kannst, nichts mehr sagen möchtest. Du genießt einfach diese endlose Seligkeit und dankst Gott dafür, daß du diese Seligkeit, nach der du dich so lange gesehnt hast, erleben, genießen darfst.

Auf dem siebten Chakra bist du nur noch vibrierende Energie, vibrierende Freude, endloses Glück. Darum pass auf und halte das Echo, die Sexualität, den Orgasmus, nicht für das Wahre.

Aber das Echo vermittelt dir in der sexuellen Ekstase einen Vorgeschmack auf das, was dich im Kronenchachra, im Sahasrar, erwartet. Das Echo ist ein unsichbarer Faden der dich zur Seligkeit führen kann. Laß dich nicht von diesem Faden, dem Eros, fesseln, sondern folge ihm und fange an deine Kundalini aufsteigen zu lassen.

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