(1) Es gibt jede Menge Priester, die sehr an spirituellen Fragen interessiert sind. Sie abzuwerten, ist nicht hilfreich. Aber nur der Priester, Yogi oder spirituelle Lehrer, der über tiefe spirituelle Erfahrungen verfügt, kann seinen Schülern ein guter Lehrer sein. Und zweitens sind die meisten Priester wunderbare Menschen, die ein gottgefälliges Leben führen. Aber unsere Welt ist sehr oberflächlich geworden und glaubt auf dieses Wissen verzichten zu können. Das aber ist ein Irrtum, den wir noch teuer bezahlen werden.Es gibt nur den direkten Weg zu Gott. Es gibt keine „via media“ (mittels Vermittler). Du kannst nicht via (mittels) eines anderen zu Gott gelangen, denn Gott ist Unmittelbarkeit, Gott ist Hier und Jetzt, er ist bereits bei dir. Drinnen wie draußen, alles ist Gott. Du brauchst niemanden zu suchen, der dir hilft, zu Gott zu finden. Er ist bereits bei dir, er war immer bei dir. Selbst wenn du wolltest, könntest du ihn nicht abschütteln. Selbst bei aller Anstrengung, könntest du ihn nicht verlassen. Er ist immer bei dir. (2)
(2) Es stimmt zwar, daß jeder den Weg zur Seligkeit, zu Gott, allein beschreiten muß, für viele Menschen ist es aber hilfreich, dabei von jemandem, der den Weg kennt, an die Hand genommen zu werden, wenigstens so lange, bis man gelernt hat, seinen eigenen Weg zu gehen. Im Buddhismus unterscheidet man z.B. zwischen drei verschiedenen buddhistischen Wegen (drei Arten von Buddhas):Tantra ist keine Religion im herkömmlichen Sinn, denn Tantra hat keine Rituale, es hat keine Priester, es hat keine Schriften. Es ist ein individueller Weg zur Selbstfindung. Tantra ist ungeheuer rebellisch. Es vertraut nicht der Organisation. Es vertraut nicht der Gemeinschaft. Es vertraut dem Individuum. Tantra glaubt an dich.
1. Der Samyaksam-Buddha (Sammasan-Buddha) ist ein Mensch, der die zur Befreiung und Vollendung führende Lehre aus sich selbst heraus wieder entdeckt, selbst verwirklicht und der Welt lehrt und auf Grund seiner umfangreichen Fähigkeiten und Verdienste zahlreiche Menschen zur Befreiung führen kann.
2. Der Pratyeka-Bhudda (Pacceka-Buddha) ist ein Menschen, der zwar auch die zur Erlösung führende Lehre aus sich selber heraus wieder entdeckt und selber verwirklicht, sie jedoch nicht verkündet, andere Menschen nicht belehrt, sie nicht zur Befreiung führt.
3. Der Sravaka-Buddha (Savaka-Buddha oder Arhat) ist ein Mensch, der die zur Befreiung führende Lehre und Praxis als Schüler eines Sammasam-Buddha oder eines Sravakabuddha erfährt und voll verwirklicht. Er ist wiederum in der Lage, den Dhamma/Dharma (buddhistischen Heilsweg) anderen Menschen zu lehren und sie zur Befreiung zu führen.
Ein Makler, Vermittler, ist überhaupt nicht nötig. Der wahre Meister will kein Makler sein. Er hilft dir nicht zu Gott zu kommen, er hilft dir nur, bewußt zu machen, was schon da ist. Er ist nicht die Brücke zwischen dir und Gott, er ist nur die Brücke zwischen deiner Unbewusstheit und deiner Bewußtheit. In dem Moment, da du bewußt wirst, bist du direkt mit Gott verbunden, unmittelbar, und niemand steht zwischen dir und Gott. (2)
(2) Man könnte den Eindruck gewinnen, es sei ein Kinderspiel Erleuchtung bzw. zu Gott zu finden. Das ist es aber keinesfalls, sondern es ist harte Arbeit: Disziplin, Vernunft, Einsicht, der tägliche Kampf mit den kleinen Dingen des Lebens, die uns das Leben nicht immer einfach machen, sind erforderlich. Vieles muß gelernt, beachtet und berücksichtigt werden, denn der Weg ist voller Fallen, Hürden und Hindernissen. Da ist es gut, wenn jemand zur Seite steht, der einen berät, Mut macht und wieder auf die Beine hilft, wenn man gefallen, verzweifelt oder resigniert ist.Die tantrische Vision ist eine der größten, die der Mensch je geträumt hat: eine Religion ohne Priester, eine Religion ohne Tempel, eine Religion ohne Organisation, eine Religion, die das Individuum nicht unterdrückt, sondern Individualität ungeheuer achtet. Eine Religion, die den einfachen Mann und der einfachen Frau vertraut. Und dieses Vertrauen geht sehr tief.
Tantra vertraut deinem Körper. Keine andere Religion vertraut deinem Körper. Und wenn Religion deinem Körper nicht vertraut, schaffen sie eine Kluft zwischen dir und deinem Körper. Sie machen dich zum Feind deines Körpers. Sie zerstören die Weisheit deines Körpers. Tantra vertraut deinem Körper. Tantra vertraut deinen Sinnen. Tantra vertraut deiner Energie. Tantra vertraut dir in toto (vollständig). Tantra verneint nichts und transformiert alles. (3)
(3) Ich sehe es nicht so, daß z.B. das Christentum, der Buddhismus oder der Hinduismus den Körper als Feind betrachtet. Sie haben ein anderes, aber eben so weises Konzept, welches viele Menschen allerdings nicht verstehen wollen oder können, weil sie oft viel zu oberflächlich sind.Man kann diesen Weg aber auch vollkommen unreligiös beschreiten. Tantra ist nicht zwingend religiös. Im Prinzip geht es in erster Linie auch nicht um Religion, sondern darum, die Seligkeit zu finden, nach der man sich schon so lange sehnt. Sich von all seinen Ängsten und psychosomatischen Erkrankungen zu befreien unter denen man schon so lange leidet. Dem einen hilft dabei die Religion, der andere dagegen glaubt nicht an einen Gott. macht aber überhaupt nichts.
In der Regel haben viele Menschen nur wenig Kenntnisse von Religionen und glauben gar Religion sei langweilig, uninteressant und Spinnerei, weil sie an keinen Gott glauben. Religion bzw. Spiritualität ist aber keineswegs langweilig, aber man muß es lernen zwischen den Zeilen zu lesen, das Wertvolle herauskristallisieren. Besonders interessant ist es, das Leben der Heiligen, Yogis, Erleuchteten und Mönche zu betrachten. Man kann viel von ihnen lernen.
Man sollte auch nicht vergessen, daß manchen Tantriker den Leuten unterschwellig suggerieren wollen, sie könnten im Tantra ihre geheimen sexuellen Wünsche ausleben. Solche Gedanken gehen vielen Menschen durch den Kopf. Im Tantra geht es aber nicht darum, diese sinnlichen Gedanken auszuleben, sondern sie zu überwinden.
Es stimmt allerdings, daß tiefe sexuelle Orgasmen uns helfen können, uns von der steten sexuellen Bedrängnis zu befreien, denn hinter der steten sexuellen Bedrängnis steht nicht ausgelebte sexuelle Energie.
Hat man die Sinnlichkeit, die sexuelle Gier, einmal überwunden, dann führt uns dieselbe sexuelle Energie zu einer nicht enden wollenden Glückseligkeit und einem tiefen inneren Frieden, nach dem man sich schon so lange gesehnt hat. Manche nennen diesen Zustand Erleuchtung, Nirvana, Samadhi oder Gott.
Entscheidend sind die physiologischen Veränderungen, Heilungsprozesse, egal ob sie eine natürliche oder übernatürliche (göttliche) Ursache haben, wir werden es ohnehin nicht herausfinden. Was macht das aber? Wenn wir diese Seligkeit in uns spüren, dann haben wir nur den einen Wunsch, uns beim Schöpfer zu bedanken. Erleuchtung führt willkürlich zur Religiosität, davon bin ich jedenfalls überzeugt. Dies scheint in unserem Gehirn fest einprogrammiert zu sein.
Es gibt zwei Arten von Liebe
Wenn du liebst, dann teilst du alles
Wenn du dich selbst erkennst, erkennst du alles
Verstehst du dich selber?
Sahasrar, das Kronenchakra, ist reine Glückseligkeit

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