Wenn jemand in eurer Familie vor Wut außer sich ist oder sich völlig gleichgültig zeigt, steckt er euch mit seiner negativen Stimmung sofort an. Oder aber ihr besucht jemanden voller Freude, doch er ist launisch und streitsüchtig und versetzt euch schließlich noch einen Schlag. Sofort ist eure Freude dahin und ihr habt den Drang, euch zu rächen. Laßt euch nicht von der schlechten Laune eines anderen anstecken!
In der Bibel steht, wenn euch einer auf die linke Wange schlägt, sollten wir ihm auch die rechte hinhalten (Matthäus 5,39) (1). Wie viele tun das? Meistens will der Geschlagene seinem Angreifer zwölf Schläge zurückzahlen und dazu vielleicht noch einen Tritt und eine Kugel. Es ist so leicht zurückzuschlagen, wenn man statt dessen aber Liebe gibt, wendet man die höchste Methode an, den Angreifer zu entwaffnen. Selbst wenn das nicht sofort wirkt, wird er nie vergessen, daß ihr ihm seine Schläge mit Liebe vergolten habt.
(1) Ich habe so manches mal über Matthäus 5,39 nachgedacht und habe mir die Frage gestellt, ob es sinnvoll ist passiv zu bleiben und dem anderen auch noch die andere Wange hinzuhalten. Im Prinzip ist es ja richtig, was uns dieser Matthäus-Vers sagt. Aber er gilt auch nur unter Menschen, die in einem christlichen Land sozialisiert wurden, denn in anderen Kulturen gilt Passivität, Nachgiebigkeit, womöglich als Schwäche oder Feigheit.Die Liebe muß jedoch aufrichtig sein. Wenn die Liebe vom Herzen kommt, ist sie eine Zauberkraft. Ihr solltet allerdings nicht an das Ergebnis denken. Selbst wenn eure Liebe zurückgewiesen wird, solltet ihr das nicht beachten. Verschenkt eure Liebe einfach. Erwartet nichts dafür, dann werdet ihr sehen, welche magische Wirkung sie hat.
Im ganz normale Alltag halte ich diese Taktik für sehr edel und angebracht. Aber wir leben heute in einer anderen Welt. Sobald man das Haus verläßt oder sich in einer anderen Umgebung befindet, kann es sein, daß man mit einer Gewalt konfrontiert wird, bei der man stets damit rechnen muß entweder schwer verletzt oder gar getötet zu werden.
Es ist schlimm, daß wir heute in einer solchen Welt leben und uns gewissermaßen moralisch darauf vorbereiten müssen Opfer einer Straftat zu werden. In solchen Situationen, in denen es womöglich um Leben und Tod geht, halte ich die Aussage von Matthäus 5,39 nicht für angebracht. Dann geht es nämlich in erster Linie darum, das eigene Leben oder das Leben anderer Menschen zu schützen.
Was macht es für einen Sinn sich von anderen totschlagen zu lassen? Dafür hänge ich viel zu sehr am Leben. Ich finde, in solchen Situationen ist es sinnvoll und angebracht, sich seiner Haut aus Leibeskräften zu wehren. Oder sollte etwa eine Frau sich wehrlos vergewaltigen lassen, nur weil ein Vergewaltiger dies von ihr verlangt? Ich finde, nein.
Wißt ihr auch, daß in eurem Innern, in eurer Seele, ein herrlicher Garten liegt? Ein Garten voll wundersamer Gedanken, der den Duft der Liebe, der Güte, des Verstehens und Friedens verbreitet, süßer als der aller irdischen Blumen. Jedesmal wenn jemand euch in seinem Ärger mißverstanden hat und ihr ihm weiterhin Liebe erweist, lasst ihr eine solche duftende Blume erblühen. Hält der Duft solcher verständnisvoller Liebe nicht länger als der jeder Rose?
Betrachtet euren Geist darum immer als einen Garten. Pflegt ihn, damit er schön bleibt und den Duft göttlicher Gedanken verbreitet. Laßt ihn nicht zu einem Sumpf werden, in dem übelriechende, gehässige Launen wuchern. Wenn ihr die himmlisch duftenden Blumen des Friedens und der Liebe züchtet, wird sich die Biene des Christusbewusstseins, Gottes allgegenwärtige Intelligenz und die Anziehungskraft seiner Liebe, in eurem Garten niederlassen.
So wie die Biene nur honigsüße Blumen aufsucht, so kommt Gott nur zu euch, wenn euer Leben vom Honig süßer Gedanken erfüllt ist. Nehmt euch vor, daß ihr in eurem Garten guter Seeleneigenschaften das übelriechende Kraut des Zorn nicht dulden werdet. Je mehr blumenhafte göttliche Eigenschaften ihr entwickelt, desto eher wird Gott eurer Seele seine geheime Allgegegenwart offenbaren.
„Wer sich ruhig und gelassen verhält gegenüber Freund und Feind, bei Lob und Tadel, bei Hitze und Kälte, bei Lust und Leid, der ist mir lieb“ (Bhagavad Gita XII, 18,19 - die Bhagavad Gita ist gewissermaßen die hinduistische Bibel)Wenn ihr denen, die unfreundlich zu euch sind, stets mit Liebe begegnet, wenn ihr denen, die von Sorgen gequält werden, Frieden und den Notleidenden Freude bringt, wenn ihr die Verbitterten liebevoll behandelt und denen, die sich auf dem falschen Weg befinden ein besseres Beispiel gebt, dann besiegt ihr eure eigenen schlechten Launen durch schöpferisches Denken. Wenn ihr äußerlich nicht tätig sein könnt, nicht helfen könnt, dann seid in Gedanken kreativ tätig.
Dein Körper ist dein Tempel
Weisheit ist der beste Schutz - die Natur unser Lehrer
Tantra - ein individueller Weg zu Gott
Es gibt zwei Arten von Liebe
Wenn du liebst, dann teilst du alles

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