Weisheit ist der beste Schutz - die Natur unser Lehrer

Sucht Schutz in der Festung der Weisheit. Es gibt keine bessere Sicherheit. Verstehen wird euch so sehr festigen, daß euch nichts mehr erschüttern kann. Solange ihr diese Weisheit aber noch nicht besitzt, müßt ihr jeder Versuchung sofort den Rücken kehren und erst danach eure Vernunft sprechen lassen. Wenn ihr zuerst eure Vernunft befragt, werdet ihr trotz aller guten Absichten das tun, was ihr vermeiden solltet, denn die Versuchung ist stärker als die Vernunft.

Ihr müßt entschlossen nein sagen und einfach auf und davon gehen. Das ist der sicherste Weg, der Versuchung zu entrinnen. Je mehr ihr diese Art der Widerstandskraft entwickelt, um so glücklicher werdet ihr, denn echte Freude hängt vor allem davon ab, ob man der Stimme des Gewissens folgt. (1)
(1) Jeder weiß, wie schwer es ist, der Versuchung zu widerstehen. Sie ist oft so stark, daß man mitunter Monate oder gar Jahre braucht bis man gelernt hat, ihr zu widerstehen. Jede Niederlage bezahlt man mit einem schlechten Gewissen. Oft ist man traurig, weil man wieder nicht stark genug war der Versuchung zu widerstehen. Der größte Fehler aber ist zu resignieren. Darum heißt es immer wieder aufstehen und aus seinen Fehlern zu lernen.
Laßt euch nicht von eurer Umgebung oder euren sinnlichen Regungen beherrschen. Tugend und Geistigkeit sind weit anziehender als alle Sinnesfreuden. Aber leider liegen die Menschen in den Ketten der Versuchung gefangen. Wenn ihr ins Netz der Versuchung geratet, wird eure Weisheit zur Gefangenen eurer Wünsche und Gewohnheiten. Die höchste Freiheit aber besteht darin, so tief in Gottes unendlicher Freude versunken zu sein, weil sie alle irdischen Vergnügungen übertrifft. (2)
(2) Eine Anmerkung an alle, die mit dem Begriff Gott nicht so viel anfangen können. Bei solchen Texten müßt ihr zwischen den Zeilen lesen. Ersetzt das Wort Gott einfach durch eine tiefe Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Angstfreiheit und Glückseligkeit, nach der wir alle uns schon so lange sehnen. Natürlich sollte man sich Gott nicht als ein personalisiertes Wesen vorstellen, obwohl diese Vorstellung manchen Menschen hilft.

Falls es wirklich etwas Göttliches gibt, dann sind wir als Menschen ohnehin überfordert uns dieses vorzustellen. Es entzieht sich vollkommen unserer Vorstellungskraft. Darum sollten wir auch gar nicht erst versuchen uns Gott vorzustellen oder dort irgendetwas hinein zu interpretieren. Der Glaube an Gott ist insofern auch gar nicht wichtig, weil es in erster Linie darauf ankommt, wie wir selber unser Leben gestalten, ob wir die Kraft haben den Versuchungen zu widerstehen oder nicht, denn sie führen uns ins Verderben. Wem ein Gebet dabei hilft, der solle dies tun, wenn er das Gefühl hat, daß ihm dies gut tut und bei seiner Heilung hilft.
Die schlimmsten Feinde eures Glücks sind Versuchungen, Habgier, Anhänglichkeit an Menschen oder Besitz, Sinneslust, Unkenntnis eurer Geistnatur, Trägheit und Gleichgültigkeit. Arbeitet fleißig und bleibt stets im göttlichen Bewusstsein verankert, indem ihr täglich meditiert. Dann werdet ihr glücklich und wirklich zu leben beginnen. Aber seid geduldig, laßt euch Zeit und erwartet keine schnellen Erfolge. Meist war man zuvor Jahrzehnte lang unvernünftig und hat jeder kleinen Versuchung nachgegeben. Dadurch hat sich im Gehirn ein bestimmtes Verhaltensmuster entfaltet. Es braucht seine Zeit, es umzuprogrammieren.

Wenn ihr des Lebens, welches ihr bis jetzt geführt habt, überdrüssig seid, dann zeigt dies, daß ihr mutig seid und einen wachen und gesunden Verstand habt. Wenn ihr euch aber trotzdem nach mehr Besitz und neuen Sinnesreizen sehnt, dann seid ihr auf dem falschen Weg. Der sicherste Weg Versuchungen aus dem Weg zu gehen, liegt in einem natürlichen Lebenswandel, einem Leben im Einklang mit Gott. Führt kein unnatürliches Leben, indem ihr immer wieder ruhelos nach einem irdischen Glück sucht, das die Welt euch nicht geben kann. Verschwendet eure Zeit nicht damit. Dafür ist das Leben zu kostbar. (3)
(3) So ganz bin ich mit der letzten Aussage nicht einverstanden. Nicht jeder ist religiös und bestrebt, sein Leben im Einklang mit Gott zu führen. Andererseits ist Religiosität etwas wunderbares, ist es im Prinzip doch nichts anderes, als den Weg zu seinem persönlichen Glück zu beschreiten. Man muß aber lernen zwischen den Zeilen der heiligen Schriften zu lesen und wissen, wie der rechte spirituelle Weg aussieht.

Ich halte es nicht für richtig, zu sagen, daß man nicht nach irdischem Glück streben soll, weil die Welt uns dieses nicht geben kann. Ich würde vielmehr sagen, wir sind geboren, um glücklich zu sein. Das Ziel unseres Lebens sollte darin bestehen, so glücklich wie möglich zu sein. Wo sollen wir sonst glücklich sein, wenn nicht hier und jetzt? Wer weiß, ob es ein Leben nach dem Tod gibt? Und nebenbei gesagt, mich interessiert das Leben nach dem Tod nicht die Bohne.

Nur diejenigen, die ihr ganzes Leben lang unglücklich sind, sehnen sich nach einem Leben nach dem Tod. Ihr Unglücklichsein haben sie aber selber verschuldet, weil sie permanent gegen die spirituellen Gesetze, gegen die Gesetze der Vernunft, gegen die Gesetze der Natur, verstoßen. Man kann es ihnen tausendmal sagen, sie werden nicht einmal zuhören, sie werden ihren Lebenswandel nicht ändern, sie werden weiterhin jeder sinnlichen Versuchung erliegen, wie sie es oft seit Jahtzehnten getan haben.

Wie sagte bereits Leo Tolstoi? Das Himmelreich ist in euch, in jedem von uns. Sobald wir dieses Himmelreich betreten, werden wir mit einer Seligkeit belohnt, die unendlich schön ist. Wenn ich also vom irdischen Glück spreche, so meine ich damit nicht Macht, Ruhm, Ehre, Luxus, Sex, Geld, Besitz, usw., sondern diese Seligkeit, die in uns schlummert.

Es spricht allerdings nichts dagegen auch weltlichen Besitz, Erfolg, Macht, Geld usw. zu haben, wenn man nicht daran verhaftet ist. Die sexuelle Energie allerdings sollte man nicht schamlos vergeuden, ist sie doch die Quelle, die uns das Tor zur Seligkeit öffnet.

Diese Seligkeit ist in physiologischen Gesetzen verborgen, die man sich durch spirituelle Wege erschließen kann. Viele Yogis, Heilige, Priester, Mönche und Nonnen haben uns gezeigt, wie man diesen Weg beschreitet. Wer aber gibt heutzutage noch etwas auf Heilige und Erleuchtete? Man zeigt höchstens mit dem Finger auf sie und hält sie für Scharlatane, was ja auch einige von ihnen sind. Aber es gibt auch die, die das Tor zum Paradies durchschritten haben und in permanenter Seligkeit leben. Von ihnen sollten wir lernen.
Tantra - ein individueller Weg zu Gott
Es gibt zwei Arten von Liebe
Wenn du liebst, dann teilst du alles
Wenn du dich selbst erkennst, erkennst du alles
Verstehst du dich selber?

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