Die 10 Gebote zum Glück - „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“

Die 10 Gebote hätten lieber die 10 ewigen Wegweiser zum Glück heißen sollen. Das Wort „Gebot“ ist nicht gut gewählt, denn die meisten Menschen lassen sich nicht gerne belehren. Sobald man jemandem etwas verbietet, hat er den Wunsch, genau das zu tun.

Die 10 Gebote werden täglich übertreten. Solange die Menschen ihre geistige Bedeutung nicht verstehen, werden sie immer gegen diese Gebote rebellieren. Die 10 Gebote sind gültige Verhaltensregeln des Judentums, Christentums und des Hinduismus.

Meist aber sagen die Heiligen Schriften nichts über ihre psychologische Bedeutung und die Nützlichkeit dieser Gebote. Die Menschen akzeptieren sie, wenn sie in der Kirche sind, glauben aber außerhalb der Kirche nicht danach handeln zu müssen, weil sie sie für unbedeutend halten. Und doch ist das Übertreten der 10 Gebote die Ursache allen Elends in der Welt.

Worin besteht nun die Nützlichkeit dieser Gebote? In der Bhagavad Gita wird gesagt, alles aufzugeben und uns nur auf Gott zu besinnen: „Versenke deinen Geist in mich, bete mich an, leg alles in meine Hände, verneige dich vor mir. Du bist mir teuer, wahrlich: ich verspreche dir, du sollst zu mir gelangen!“ (Bhagavad Gita  XVIII, 65) Dies entspricht dem ersten der 10 Gebote, die Moses offenbart wurden. (1)
(1) Wenn in der Bhagavad Gita gesagt wird „Versenke deinen Geist in mich, bete mich an, leg alles in meine Hände...“, dann ist das eine sehr religiöse Aussage und schreckt viele unreligiöse Menschen eher ab. Dafür besteht aber kein Grund. Anstatt zu sagen „Versenke deinen Geist in mich.“ könnte man nämlich genau so gut sagen „Versenke dich in tiefe Meditation.“ Diese Aussage hat überhaupt keinen religiösen Hintergrund, bedeutet im Prinzip aber dasselbe.

Bei jeder Versenkung (Konzentration) findet nämlich im Prinzip derselbe Vorgang statt, egal ob man sich auf Jesus, Krishna, Gott, die Atmung, das „Dritte Auge“, den Herzschlag oder auf irgend etwas anderes konzentriert. Wenn man die Konzentration lange genug geübt hat, sie wirklich beherrscht, dann kommt eines Tages der Punkt, an dem sich die Tore zum Paradies öffnen. Man erlebt ein Glücksgefühl, eine Seligkeit, die der religiöse Mensch als Unio Mystica, als Einssein mit Gott empfindet. Der unreligiöse Mensch dagegen wird sie als Befreiung von allen Ängsten und Leiden empfinden, unter denen er schon so lange zu leiden hatte.

Es geht bei der Versenkung (Meditation) in Wirklichkeit darum, sich von allen Ängsten und von allen psychosomatischen Erkrankungen zu befreien, die einen schon so lange gequält und Schmerzen bereitet haben. Der religiöse Mensch wählt dafür religiöse Worte, der Atheist denkt dabei vielleicht eher an sein irdisches Leid. Aber im Endeffekt finden sich beide in einem Punkt wieder, denn der Weg zur Seligkeit führt auch die Atheisten zur Religion, auch wenn sie sich heute so etwas vielleicht noch nicht vorstellen können.

Das Erfahren tiefer Zufriedenheit, die Befreiung von jahrelangem Leid, läßt auch im Atheisten das Gefühl einer tiefen Dankbarkeit erwachen. Wem wird er seine Dankbarkeit wohl erweisen? Er wird sich vielleicht sogar bei Gott für die Befreiung von seinem Leid, von dieser großen Last, bedanken. Ich kann es mir jedenfalls sehr gut vorstellen.
Das erste Gebot lautet:
„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“
Gottverwirklichung soll das Ziel unseres Lebens sein. (Atheisten setzen an die Stelle von Gottverwirklichung die Selbstverwirklichung, die Befreiung von allem Leid. Glaubt mir, es bedeutet dasselbe. Es sind nur andere Worte.) Man kann seine irdischen Pflichten nicht erfüllen, ohne die Kraft dazu von Gott zu entleihen. Seinen täglichen Pflichten nachzukommen und „ihn“ zu vergessen (Atheisten sollten „ihn“ durch „die universelle Weisheit“ ersetzen), ist die größte Sünde.

Sünde bedeutet, in Unwissenheit gegen seine eigenen höchsten Interessen, gegen die Vernunft, zu handeln. Wie oft habt ihr nicht schon brennenden Schmerz im Herzen gefühlt und euch gefragt, warum? Es kommt dadurch, daß ihr instinktiv gewußt habt, daß euer Handeln nicht richtig war und ihr Angst vor den Folgen hattet.

In der Bhagavad Gita heißt es: „Gib alle anderen Dharmas (Pflichten) auf und denke nur noch an mich. Ich will dich von allen anderen Sünden (Leiden) befreien. Sorge dich nicht.“ (Bhagavad Gita XVIII, 66)

Sobald der Mensch damit beginnt, Bildnisse (Reichtum, Frauen, Sex, Luxus...), Namen (Titel, Berühmtheit), Ruhm (Macht, Ansehen), alles, was geringer ist als Gott, anzubeten, bezahlt er es am Ende mit Leid. „Menschen, mit ungenügendem Wissen (Menschen, die sich an Äußerlichkeiten klammern) ernten nur magere Ergebnisse. Wer die (irdischen) Götter sucht, gelangt zu ihnen. Wer mich sucht, gelangt zu mir.“ (Bhagavad Gita 7, 23)

Strahlen der Konzentration und Meditation
Mache aus der Liebe ein Fest
Entsagung ist das wirksamste Mittel, um Gott zu finden
Dein Körper ist ein Geschenk Gottes
Haben Hinduismus und Christentum dieselben Wurzeln?