Versuchungen sind verlockend, das steht außer Zweifel.
Unsere Sinne sind auf die Außenwelt eingestellt, denn der Strom
der Lebensenergie, fließt vom Gehirn durch die Nerven, zu den
Augen und Ohren, zu Nase, Zunge und Haut. Und ebenso zu den Genitalien.
Alle diese Sinnesempfindungen sind auf die Außenwelt gerichtet.
Die Anziehungskraft der Sinne ist sehr stark, und ihnen zu verfallen,
sehr gefährlich. Solange der Mensch nicht genug Weisheit besitzt,
besteht die Gefahr, dass er in die Knechtschaft der Sinne gerät.
Es sind die Sinne die uns mitteilen, was gut schmeckt, sich gut
anfühlt oder gut riecht. Aus dem Wunsch nach einer bestimmten
Empfindung, nach einem Geruch, Geschmack, Gefühl oder Klang, wird
schnell eine Gewohnheit oder gar eine Sucht. Leider sind die meisten
Menschen aber noch nicht mit der Spiritualität und der Meditation
in Berührung gekommen. Sie können daher keinen Vergleich
zwischen den erregenden Sinnesfreuden und der unbekannten und
unaussprechlichen Glückseligkeit der Seele ziehen.
Außerdem haben sie keine Gelegenheit zu solch einem Vergleich,
ehe sie nicht allen sinnlichen Freuden entsagt und durch geistige Kraft
von ihr befreit haben. Mann kann die Fallen nur dann vermeiden, wenn
man dank seiner Vernunft oder seiner Erfahrung erkannt hat, daß
es größere Freuden gibt als die nach außen gerichtete
Sinnlichkeit.
Die verbotenen Früchte schmecken am Anfang süß, am Ende
jedoch immer bitter. Und dennoch lernen die Menschen nicht aus ihrem
Leid, sondern schaden sich immer wieder auf dieselbe Weise. Sobald man
nämlich an einem bestimmten Sinneserlebnis Gefallen gefunden hat,
setzt sich die Gewohnheit gleich einem Diktator im Gehirn fest und
befiehlt uns, der Leidenschaft zu frönen, obwohl man sich selber
dadurch schadet.
Ihr mögt euch noch so sehr vornehmen, eine bestimmte Handlung
nicht zu wiederholen, ihr tut es dennoch, immer und immer wieder. Und
ihr fühlt euch nicht gut dabei, weil ihr wißt, daß ihr
einen hohen Preis dafür bezahlen müßt: eure
Gesundheit, euer Glück, eure Zufriedenheit, eure Lebenslust und
euer Wohlbefinden. Sobald das Verlangen nach einem bestimmten
Sinnesreiz zur Gewohnheit wird, ist es höchste Zeit, davon
abzulassen.
Krishna sprach: „Wer Selbstbeherrschung besitzt und seine Sinne zu
zügeln weiß, wer beim Kontakt mit sinnlichen
Genüßen frei von Zuneigung und Abneigung ist, erlangt einen
Zustand unerschütterlicher innerer Ruhe.“ (Bhagavad Gita
2,64) Jedesmal wenn ihr meint, ohne eine bestimmte Sache nicht
auskommen zu können, erinnert euch daran, daß ihr im Begriff
seid, euch versklaven zu lassen, daß ihr das unendliche Reich
Gottes nie erreichen könnt, solange ihr euch zu Gefangenen der
Sinne macht.
Achtet darauf, daß euer inneres Glück durch nichts
beeinträchtigt wird. Schädliche Gemütsregungen wie Zorn,
Gier, Neid, Eifersucht, sexuelle Reize, Alkohol und Drogen sind
außerordentlich hinderlich für euch, weil ihr dann die reine
Freude der Seele nicht erleben könnt. Wenn ihr wirklich
glücklich werden wollt, dürft ihr die Kraft der Sinne nicht
missbrauchen. Haltet euch an folgenden Grundsatz: „Immer genährt,
nimmer zufrieden! Nimmer genährt, immer zufrieden!“
Wenn Liebe tiefer geht, wird sie zum Gebet
Freiheit ist der einzige Weg zu Gott
Der Körper hat seine eigene Weisheit
Auf das Bewusstsein kommt es an
Meditation ist Medizin
Strahlen der Konzentration und Meditation (1)
Strahlen der Konzentration und Meditation (2)
